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Schatten-Dasein von MicroStation ?


Autor: AHeide@yandex.ru (Alexander Heide) (2004-08-05 04:19:07)

Hi Group!

DAs CAD-System MicroStation zählte zumindest vor einer noch nicht
allzulanger Zeit zu einem eher wenig bekannte Programm.
Dementsprechend was es so, dass nur
sehr wenige Spezialisten im Einsatz diese Programm auf dem Markt zu
finden waren.

Wie verhält sich das jetzt damit? Inwieweit hat MicroStation den
Einzug in den Planungs- und Ingenieurbüros der Republik (+Schweiz, +
Osterreich) gehalten? Inwieweit ist der Bedarf des Marktes an
MicroStation-Spezialisten?

Neindieser Abfrage liegen keine Marketinginteressen zugrunde.
Interessiert mich eher privat.

Gruss
Alexander

Autor: Wolfgang Thiessen (2004-08-05 21:54:25)

Alexander Heide wrote:

> Wie verhält sich das jetzt damit? Inwieweit hat MicroStation den
> Einzug in den Planungs- und Ingenieurbüros der Republik (+Schweiz, +
> Osterreich) gehalten?

Nach meinem Eindruck hat der Verbreitungsgrad im Bereich Architektur
abgenommen, spätestens seitdem es für MacOS nicht mehr weiterentwickelt
wird.

> Inwieweit ist der Bedarf des Marktes an MicroStation-Spezialisten?

Architekten werden in allen mir persönlich bekannten Büros primär nach
anderen Qualifikationen eingestellt. Kenntnisse im CAD-System des Büros
sind allenfalls ein möglicher Pluspunkt, nie der entscheidende. In GB
und USA arbeiten erheblich mehr Büros mit U-Station als in D, vielleicht
ist dort ein Bedarf spürbar, in den D habe ich in den letzten Jahren
keinen (mehr) wahrgenommen.

Wolfgang (muss jetzt unter VectorWorks leiden)

Autor: Wolfgang Thiessen (2004-08-05 21:54:25)


Autor: Wolfgang Thiessen (2004-08-05 21:54:25)

Alexander Heide wrote:

> Wie verhält sich das jetzt damit? Inwieweit hat MicroStation den
> Einzug in den Planungs- und Ingenieurbüros der Republik (+Schweiz, +
> Osterreich) gehalten?

Nach meinem Eindruck hat der Verbreitungsgrad im Bereich Architektur
abgenommen, spätestens seitdem es für MacOS nicht mehr weiterentwickelt
wird.

> Inwieweit ist der Bedarf des Marktes an MicroStation-Spezialisten?

Architekten werden in allen mir persönlich bekannten Büros primär nach
anderen Qualifikationen eingestellt. Kenntnisse im CAD-System des Büros
sind allenfalls ein möglicher Pluspunkt, nie der entscheidende. In GB
und USA arbeiten erheblich mehr Büros mit U-Station als in D, vielleicht
ist dort ein Bedarf spürbar, in den D habe ich in den letzten Jahren
keinen (mehr) wahrgenommen.

Wolfgang (muss jetzt unter VectorWorks leiden)

Autor: Alice Mueller (2004-08-05 18:42:40)

Aloha Alexander Heide,

Du hast letztens geschrieben:

> Wie verhält sich das jetzt damit? Inwieweit hat MicroStation den
> Einzug in den Planungs- und Ingenieurbüros der Republik (+Schweiz, +
> Osterreich) gehalten? Inwieweit ist der Bedarf des Marktes an
> MicroStation-Spezialisten?

In Deutschland ist es wenig verbreitet, wenn es auch präsent ist. In
den USA und anderstwo ist es durchaus stark verbreitet und der
unmittelbare Konkurent zu AutoCAD. Man liest immer wieder in
Stellenanzeigen, daß MS-Kenntnisse gefordert werden, also so schwach
vertreten ist es auch nicht, wenn nicht so stark wie die anderen
Platzhirsche in der Branche.

Alice

Autor: Norbert Grund (2004-08-06 05:19:23)

On Thu, 05 Aug 2004 21:54:25 +0200, Wolfgang Thiessen
wrote:

>Wolfgang (muss jetzt unter VectorWorks leiden)

was heisst das konkret?

fracht sich
Nobbi

Autor: Wolfgang Thiessen (2004-08-07 00:02:54)

Norbert Grund wrote:

>>Wolfgang (muss jetzt unter VectorWorks leiden)
>
> was heisst das konkret?

- dass VectorWorks manchmal ungenau ist. Konkret kann eine um ein
genaues Maß X parallel kopierte Linie beim Nachmessen x,01 Einheiten von
der Ursprungslinie entfernt sein - oder auch mehr - oder auch weniger,
mal so, mal so ...

- dass VectorWorks ungenau ist. Konkret können Snaps mal genau "sitzen",
manchmal auch nicht, was sich aber auch erst nach der zehnten
identischen Operation (bspw. parallel kopieren) zeigt oder beim Nachmessen.

- dass VectorWorks relativ simple präzise Operationen nicht ermöglicht.
Konkret: Verschiebende Bewegungen (egal ob Kopie) lassen sich abgesehen
von Parallelen nicht direkt in beliebigen Winkeln oder Distanzen
ausführen, sondern nur über die Hilfskonstruktion einer Parallelkopie.

- dass sich die Zeichenfläche nicht drehen lässt, was klassische
Zweitafelprojektionen komplexerer Objekte unnötig erschwert.

- dass die Versionen Basis und Pro keine Booleschen Operationen mit
Flächen ausführen können (zumindest habe ich sie noch nicht gefunden).

- dass der in MStation sehr einfache Umgang mit Referenzdateien nur als
"Import" funktioniert und nicht automatisiert eingesetzt werden kann
(bspw. zum Update beim Öffnen)

- dass VW komplexere Snap-Modi wie "tangential an zwei Kreisen",
"rechtwinklig zu" oder "im Winkel von XX° zum Punkt" nicht zu
ermöglichen scheint.

- dass kein differenziertes Auswahlwerkzeug wie der "Zaun" aus MS
existiert (innerhalb, überlappend, ausserhalb ...), gar in
unterschiedlichen geometrischen Formen.

- dass sich keine eigenen Funktionsbuttons definieren lassen (Bsp: Für
Umschalten von Farbdarstellung auf sw)

- dass es keine Möglichkeits für Batch-plots oder -exporte gibt, was bei
einem Plansatz von 40 Blättern eine echte Anstrengung bedeutet.

In vierzehn Tagen kenne ich nach einigen Regeldetails für ein
Architekturprojekt (1:5 - 1:2) bestimmt noch mehr Haken an VW.

Wolfgang

Autor: simon crowder (2004-08-08 23:15:28)

Wolfgang Thiessen wrote:
> Alexander Heide wrote:
>
>> Wie verhält sich das jetzt damit? Inwieweit hat MicroStation
>> den Einzug in den Planungs- und Ingenieurbüros der Republik
>> (+Schweiz, + Osterreich) gehalten?
>
> Nach meinem Eindruck hat der Verbreitungsgrad im Bereich Architektur
> abgenommen, spätestens seitdem es für MacOS nicht mehr weiterentwickelt
> wird.

In großen Büros und in den Bauabteilungen von großen Unternehmen hat
Microstation wohl noch immer recht große Verbreitung.
Von den sehr wenigen Stellenanzeigen in der aktuellen Bauwelt setzten
drei Kenntnisse von Microstation voraus. Das ist nicht repräsentativ,
zeigt aber, daß MS zumindest nicht von der Bildfläche verschwunden ist.


> > Inwieweit ist der Bedarf des Marktes an MicroStation-Spezialisten?
>
> Architekten werden in allen mir persönlich bekannten Büros primär nach
> anderen Qualifikationen eingestellt. Kenntnisse im CAD-System des Büros
> sind allenfalls ein möglicher Pluspunkt, nie der entscheidende.

Na ja, ehrlich gesagt ist es doch so. Bei den Waschkörben von
Bewerbungen, die man auf eine Stellenanzeige erhällt ist man
doch froh über jede Vorauswahl, welche die zu sichtenden
Bewerbungen auf ein zu bewältigendes Maß verringert.
Sprich, wer das CAD nicht kann ist raus.
Das kann aber auf dem Land anders sein, als in der Stadt.

> In GB und USA arbeiten erheblich mehr Büros mit U-Station als in D,
> vielleicht ist dort ein Bedarf spürbar, in den D habe ich in den
> letzten Jahren keinen (mehr) wahrgenommen.

In GB ist Microstation bei fast allen großen, namhaften Büros
im Einsatz ... (Rogers, Foster, Grimshaw, etc ...)

Gruss, S.

Autor: Wolfgang Thiessen (2004-08-08 23:30:15)

simon crowder wrote:

> In großen Büros und in den Bauabteilungen von großen Unternehmen hat
> Microstation wohl noch immer recht große Verbreitung.
> Von den sehr wenigen Stellenanzeigen in der aktuellen Bauwelt setzten
> drei Kenntnisse von Microstation voraus. Das ist nicht repräsentativ,
> zeigt aber, daß MS zumindest nicht von der Bildfläche verschwunden ist.

Das überrascht mich positiv. Überhaupt, Stellenanzeigen für Berlin - staun.

>>> Inwieweit ist der Bedarf des Marktes an MicroStation-Spezialisten?

> Na ja, ehrlich gesagt ist es doch so. Bei den Waschkörben von
> Bewerbungen, die man auf eine Stellenanzeige erhällt ist man
> doch froh über jede Vorauswahl, welche die zu sichtenden
> Bewerbungen auf ein zu bewältigendes Maß verringert.
> Sprich, wer das CAD nicht kann ist raus.
> Das kann aber auf dem Land anders sein, als in der Stadt.

Bei mir endeten bisher mehrere Einstellungsgespräche in einer grossen
Stadt mit der lapidaren Feststellung: "Wir arbeiten übrigens mit XXX-CAD
(einmal U-Station) und gehen davon aus, dass Du Dich innerhalb von vier
Wochen eingearbeitet hast" ... und ich war eingestellt. Sollten das so
wirklich rare Ausnahmen gewesen sein? Immerhin hätte man mit U-Station
dann eine grössere Chance im Büro Foster. Da wollte ich mich doch schon
immer bewerben.

Wolfgang

Wolfgang

Autor: Thomas Woelk (2004-08-15 09:23:30)

* Alexander Heide writes:

> DAs CAD-System MicroStation zählte zumindest vor einer noch nicht
> allzulanger Zeit zu einem eher wenig bekannte Programm.

Diese Aussage kann ich nicht so unterschreiben - zumindest nicht fuer
meine Branche (Vermessung, Tief- und Hochbau).

> Dementsprechend was es so, dass nur sehr wenige Spezialisten im
> Einsatz diese Programm auf dem Markt zu finden waren.

Den Ausdruck "Spezialisten" finde ich geeignet. ;-) IMO braucht es
ziemlich lang die Microstation gekonnt zu beherrschen. Ausserdem
schaden Programmierkenntnisse nicht. Denn die nackte Microstation ist
dumm. Produktiv kann nur mit entsprechenden Aufsaetzen gearbeitet
werden.

> Wie verhält sich das jetzt damit? Inwieweit hat MicroStation den
> Einzug in den Planungs- und Ingenieurbüros der Republik (+Schweiz, +
> Osterreich) gehalten?

Viele Auftraggeber (Planungsbueros, Versorger, Oeffentliche Hand...)
schreiben explizit das DGN-Format vor - ob 2D oder 3D sei mal
dahingestellt.

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